-braunfaeule Tomaten

Braunfäule an Tomaten bekämpfen und vorbeugen

Ich baue dieses Jahr im 9. Jahr Tomaten an. Noch keines dieser Gartenjahre war so verflixt wie dieses. Unter dem vielen und häufigen Regen leiden dieses Jahr vor allem die Tomaten. Regelmäßig erreichen mich Berichte über Pilzbefall an den Tomatenpflanzen – der Braunfäule.

Auch meine Freilandtomaten sind alle von Braunfäule befallen gewesen. Im Gewächshaus musste ich etwa 50 % der Pflanzen aufgrund fehlender Lüftung bzw. zu hoher Luftfeuchtigkeit entsorgen. Ich habe zwar automatische Fensteröffner an den Fenstern des Gewächshauses angebracht, diese waren durch den kühleren Sommer aber selten geöffnet. Dadurch konnte sich das Wasser auf der Innenseite der Scheiben sammeln und tropfte dann auf die Pflanzen herab.

Prinzipiell gilt: Die Pilzsporen der Braunfäule befinden sind in der Luft. Durch Regen bzw. länger feucht bleibende Blätter kann der Pilz in die Pflanze eindringen und ausbreiten. Dort befällt er dann Blattwerk, Stamm und Früchte.

Braunfäule bei Tomaten vorbeugen

Mit diesen Tipps beugt Ihr Braunfäule vor:

Entscheidend, um einen Braunfäule-Befall zu verhindern, ist die Vorbeugung. Wer sich an ein paar kleine Pflanzhinweise beim Anbau von Tomaten hält, senkt das Risiko, dass seine Tomatenpflanzen mit Braunfäule befallen werden. Vorbeugend gegen Braunfäule hilft es:

Generell bei Tomaten gilt es, mindestens 50 cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen einzuhalten. Stehen die Pflanzen zu eng im Beet oder Topf, kann das Laub der Pflanzen nicht so schnell abtrocknen, wie es in feuchteren Perioden notwendig wäre. Je größer der Pflanzenabstand, umso geringer ist das Risiko, dass die Pflanzen an Braunfäule leiden werden.

Bei Tomaten empfiehlt es sich, die Pflanzen von unten gießen, sodass das Blattwerk nicht nass wird. Ebenso ist es von Vorteil, die Tomatenpflanzen morgens zu gießen. Wird das Laub dann nämlich nass, trocknet es schneller, als bei einem abendlichen Gießrundgang. So kann der Pilz sich nicht so einfach auf den Pflanzen breit machen.

Wer seine Tomatenpflanzen im Gewächshaus bzw. unter einem Dach anbaut, verhindert schon einmal, dass Niederschlag in Form von Regen auf das Laub der Pflanze fällt. Wichtig ist es dann aber, dass Gewächshaus gut durchzulüften, am besten die Tür ab Juni dauerhaft geöffnet lassen. Macht man das nicht, kann es sein, dass sich auf den Gläsern des Gewächauses Kondenzwasser bildet, dass mit der Zeit dann auf die Pflanzen fallen kann.

Das ist aber sehr stark vom Wetter abhängig. In den letzten Jahren hatte ich die Gewächshaustür den kompletten Sommer zu, das war kein Problem. Dieses Jahr ist es einfach zu feucht, um die Türen permanent geschlossen zu halten. Wer den Rat mit den geöffneten Gewächshaustüren aber befolgt, senkt auf jeden Fall das Braunfäule-Risiko.

Auch eine Möglichkeit, um das Braunfäule-Risiko zu senken ist es, Braunfäule-Resistente Sorten anzubauen. Das schließt einen Befall nicht aus, minimiert aber das Risiko bzw. verzögert einen Befall. Braunfäule resistentere Tomatensorten sind unter anderem:

  • Johannisbeertomate – Saatgut für die Johannisbeertomate erhaltet Ihr bei der Biogärtnerei Herb in Kempten oder online unter Bio-Kräuter.de
  • DeBerao (Eiertomate) – Saatgut für die Tomate DeBerao erhaltet Ihr bei der Biogärtnerei Herb in Kempten oder online unter Bio-Kräuter.de
  • Primabella – Saatgut für die Tomate Primabella erhaltet Ihr bei der Biogärtnerei Herb in Kempten oder online unter Bio-Kräuter.de
Braunfaeule-tomaten
Anfangsstadium der Braunfäule auf einer Tomatenpflanze

So erkennt man Braunfäule auf Tomatenpflanzen

Wer gegen die Braunfäule möglichst früh etwas unternehmen möchte, sollte seine Tomaten regelmäßig auf einen möglichen Befall kontrollieren. Im Anfangsstadium der Tomatenfäule bekommt die grau/braune Flecken auf den Blättern.

Auf der Blattunterseite der Blätter ist dann in der Regel ein weißer Flaumteppich zu erkennen.

Anschließend bekommt auch der Haupttrieb der Pflanze braune Flecken am Stiel.

Ist der Pilz schon weiter fortgeschritten, werden Blätter der befallenen Tomatenpflanzen schwarz und sterben nach und nach ab. Ab diesem Zeitpunkt kann man sich fast sicher sein, dass dann auch die Früchte befallen sind. Die Früchte der Tomate dürfen dann nicht mehr verzehrt werden.

Braunfäule an Tomaten bekämpfen

Braunfäule bekämpft man am besten, indem man versucht dem Pilz vorzubeugen. Denn sitzt die Braunfäule erst einmal in der Pflanze, ist es nur schwer, diese zu behandeln.

Tipp: Viele Hobbygärtner schwören bei einem Befall mit Braunfäule auf das Besprühen/Spritzen mit Ackerschachtelhalm. Hierzu kann entweder getrockneter oder frischer Ackerschachtelhalm verwendet werden. Bei trockenem Ackerschachtelhalm empfiehlt der Hobbygärtner etwa 5 g auf einem Liter heißem Wasser. Bei frischem Ackerschachtelhalm etwa 100 – 150 g/l.

Sind anfangs nur die Blätter der Tomate befallen, sollten diese schnellstmöglich abgebrochen (nicht geschnitten!) werden. Damit kann versucht werden zu verhindern, dass der Pilz sich weiter in der Pflanze breit macht. Hilft es nicht mehr, das Laub zu entfernen und der Pilz breitet sich weiter in Stamm und Früchte aus, dann können die Pflanzen nicht mehr gerettet werden.

Fortgeschrittene Braunfäule an der Tomate „Fuzzy Wuzzy“

In einem solchen Fall sollten die Pflanzen aus dem Beet genommen und im Bio- bzw. Hausmüll entsorgt werden. Das Entsorgen auf dem Kompost sollte unbedingt vermieden werden. Wird die befallene Pflanze auf dem Kompost entsorgt, breitet sich die Braunfäule dort weiter aus und wird bei einer Entnahme dessen weiter auf dem Beet verteilt.

Natürlich kann man befallene Pflanzen mit Fungiziden behandeln, jedoch sollten diese mit Bedacht angewendet werden, denn diese sind meist Umwelt- oder Tierwelt schädigend. Hier empfehle ich eine Beratung von Experten im Gartencenter vor Ort.

Kann ich die Tomaten an meinen von Braunfäule befallenen Pflanzen noch essen?

Solange noch keine Anzeichen der Braunfäule zu erkennen sind, können die Früchte bedenkenlos gegessen werden. Sind die Tomaten noch grün, kann man sie einlegen bzw. ein leckeres Chutney daraus machen. Alternativ können die Tomaten zum Nachreifen mit einem Apfel oder anderen, bereits roten Tomaten in die Küche gelegt werden.

Auch, wenn die Tomaten noch keine Anzeichen von Braunfäule nachweisen, heißt das noch lange nicht, dass der Pilz die Frucht nicht schon lange befallen hat. Daher ist bei einem Braunfäule-Befall der Tomatenpflanze beim Essen der Früchte äußerste Vorsicht geboten. Denn der Erreger der Braunfäule, Phytophthora infestans, setzt in den Früchten Giftstoffe frei, die krebserregend sein können. Daher sollten die Früchte bei einem Braunfäule-Befall erst gar nicht verzehrt werden – auch wenn es schmerzt!

Leeres Beet durch Braunfäule – was nun?

Deine Tomatenpflanzen litten unter Braunfäule und du musstest die Pflanzen entsorgen? Das ist schade, aber trotzdem hast du nach dem Entsorgen der Pflanze eine neue Chance, dein Beet zu bestücken! Je nachdem, wann die Braunfäule auftritt kannst du neue Tomatenpflanzen setzen oder das Beet kann dann komplett neu bestückt werden. Sehe es als Chance!

Kann ich im Beet nächstes Jahr wieder Tomaten anbauen?

Ja, im Folgejahr können Tomaten im selben Beet und in derselben Erde wieder gepflanzt werden. Denn, die Sporen der Braunfäule überwintern nur auf Falllaub im Boden, nicht im Boden selbst und übertragen sich auch nicht durch den Boden an sich. Lediglich durch Spritzwasser könnte der Pilz dann die anderen Pflanzen im Beet befallen. Wer sein Beet also z. B. mit Rasenschnitt mulcht, senkt das Risiko, dass Wasser vom Boden auf weiteres Laub spritzt.

Damit im nächsten Jahr also wieder Tomaten ins Beet gesetzt werden können, sollten Pflanzenreste im Beet also entfernt werden. Dass der Boden dann mehrere Jahre nicht mit Nachtschattengewächsen bepflanzt werden darf, ist also eher ein Gerücht.

Wie kann ich mein Beet bearbeiten, um im Beet nächstes Jahr wieder Tomaten anbauen zu können?

Um das Bodenleben bis zum nächsten Jahr zu verbessern und dem Pilz keine Grundlage zur Vermehrung zu bieten, empfiehlt es sich, nach dem Entfernen der befallenen Tomatenpflanzen eine Zwischenfrucht ins Beet zu setzen. Hier bieten sich Ringelblumen, Feldsalat oder Winterportulak an.

Wer in kälteren Regionen lebt, kann den Boden vor dem Winter auch einmal umgraben und ihn dann bis zum Frühjahr durchfrieren lassen, also eine Frostgare durchführen. Denn Phytophthora infestans, die Braunfäule, ist nicht frostsicher und stirbt dann im Winter (ab -5 Grad) ab.

Kann ich von befallenen Tomaten Saatgut für das kommende Jahr nehmen?

Prinzipiell können die Samen von befallenen Tomaten entnommen werden, um im Folgejahr ebenfalls Tomaten anzubauen. Der Pilz hat in trockenem Saatgut keine Lebensgrundlage, weil ihm das Wasser fehlt, das er benötigt. Aber: bei resistenteren Tomatensorten kann der Braunfäule-Befall Auswirkungen auf die Resistenz im Folgejahr haben. Das bedeutet, dass die Pflanzen im nächsten Jahr eventuell anfälliger für einen erneuten Braunfäule-Befall sind.

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