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Fütterung von Wildvögeln

Wildvögel und andere Wildtiere wie Eichhörnchen und Igel sind willkommene Gäste im Garten. Der Igel zählt in Europa zu den gefährdenden Arten. Aus diesem Grund sind in Igel Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetzt das ganze Jahr über geschützt. Die Zufütterung im Garten, vor allem im Herbst und im Frühjahr, ist eine wichtige Hilfe für Igel. So erübrigt es sich oft untergewichtuge Igel im Winter aufzunehmen. Und so können Garten und Balkon für Tiere attraktiv gestaltet werden:

  • Den Tieren natürliche Unterschlupfe wie Hecken, Gebüsche, Reisig-, Laub- und Komposthaufen bieten.
  • Einheimische Pflanzen bevorzugen, denn sie bilden die Lebensgrundlage für viele Insekten, mit denen sich die Tiere ernähren.
  • Den Tieren im Sommer eine flache Schale mit Wasser hinstellen.
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Quelle: https://www.flickr.com/photos/berti66/

Wann soll ich Wildvögel zufüttern?

Nicht nur in den kalten Wintermonaten finden Wildvögel nicht mehr ausreichend Nahrung. Auch in der Brutphase haben die Elterntiere einen erhöhten Energiebedarf. Durch Zufütterung erhört sich der Bruterfolg. Das meiste Futter wird an Ganzjahresfutterstellen nicht im Winter, sondern im frühling und Sommeranfang aufgenommen. Körner und Samen sind dann noch nicht reif, auch die Insekten sind im Frühjahr noch nicht so zahlreich. Im Sommer, wenn die Jungvögel alt genug sind, suchen auch sie nach Futter und im Spätsommer bereiten sich die Zugvögel wieder auf ihre weite Reise vor.

Wenn sie im nächsten Jahr zurückkehren, suchen sie die bekannten Futterstellen wieder auf. Auch die Standvögel suchen im Herbst schon nach Futterplätzen, die im Winter überlebenswichtig sein können. In kalten Nächten verlieren Vögel bis zu 10% ihres Körpergewichtes. Um diesen Verlust wieder auszugleichen brauchen sie nun viel Energie. Die Futterstellen müssen den Vögeln vor dem ersten Frost schon bekannt sein, damit sie ohne langes Suchen genutzt werden können.

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Wie soll ich die Vögel zufüttern?

Die bekannteste und am weitesten verbreitete Möglichkeit Futter anzubieten ist ein Futterhaus. Diese gibt es in vielen Varianten. Unabhängig vom persönlichen Geschmack sollte ein gutes Futterhaus folgende Kriterien erfüllen:

  • Das Dach sollte ausreichend weit überstehen, um das Futterbrett bei Regen und Schnee trocken zu halten.
  • Im zentralen Bereich sollte der Abstand ca. 30 cm zum Dach betragen, damit sich auch Arten, die Futterhäuser eher zögerlich nutzen, hineintrauen.
  • Frei im garten aufgestellte Futterhäuser sollten für Katzen nicht erreichbar sein.
  • Futterhäuser mit Silos, Futterautomaten oder Futterspender in Säulenform sind leicht zu Befüllen und sauber zuhalten.
  • Sie sollten möglichst herausstehende Sitzgelegenheiten haben, damit sie auch von weniger klettergewandten Arten genutzt werden können.

Auch eine gute Möglichkeit Futter anzubieten sind Meisenknödel, Energieblöcke und Futter im Glas. Die optimale Fütterung umfasst eine Kombination aus Futterhaus, Futtersilo, Erdnussspender sowie Meisenknödeln oder anderweitig geformtes Fettfutter. Bei ausreichendem Platzangebot kann man die Futterstellen verteilen um den Vögeln die Nahrungsaufnahme zu erleichtern und Konkurrenz zu verringern. Eine Tränke in der Nähe der Futterstelle vervollständigt das Vogelparadies.

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Quelle: https://www.flickr.com/photos/berti66/

Warum füttert man Wildvögel überhaupt zu?

Seit Mitte des 20. Jahrhrunderts nimmt die Anzahl und die Artenvielfalt unserer heimischen Wildvögel aufgrund von Lebensraumverlust und -verschlechterung rapide ab. Die zunehmende Bebauung, die Intensivierung der Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden erschwert den Vögeln die Nahrungssuche. Von dieser Entwicklung sind auch ehemals häufig anzutreffende Arten betroffen. Auch zurzeit noch nicht gefährdete Arten sollten in ihrem Bestand geschützt werden, bevor er zurückgeht.

Als Ersatz für die ehemaligen Lebensräume einschließlich Nahrungsangebot bleibt uns die Zufütterung frei lebender Vögel und wenn vorhanden die naturnahe Gestaltung unseres Gartens. Die sachgemäße Zufütterung leistet einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie ersetzt den Vögeln das, was ihnen durch unsere Kultur genommen worden ist.

Nicht zuletzt macht es Spaß das bunte Treiben der Vögel an der Futterstelle zu beobachten. Selbst auf einem Stadtbalkon kann man so ein kleines Vogelparadies zaubern. Auch hier finden sich viele verschiedene Arten ein, die regelmäßig die Futterstelle aufsuchen.

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Welcher Wildvogel frisst was?

Aufgrund ihrer Ernährungsweise kann man Singvögel in zwei Gruppen einteilen: Körnerfresser und Weichfutterfresser.
Reine Weichfutterfresser sind zum Beispiel Rotkehlchen, Stare, Heckenbraunelle, Amseln und Zaunkönig. Sie bevorzugen Insekten und Weichtiere. An der Futterstelle fressen sie Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie. Gerne suchen sie ihr Futter am Boden.

Die flexibleren unter den Weichfressern sind die Allesfresser wie Meisen, Spechte und Kleiber, die sich im Winter auf Körner umstellen und dann auch Sonnenblumenkerne und Hanfsaat verspeisen.

Zu den Körnerfressern zählt man Finken, Sperlinge und Ammern. Diese Wildvogelarten füttert man mit Sonnenblumenkernen und Körnermischungen. Körnerfresser sind mit einem deutlich kräftigeren, dickeren Schnabel ausgestattet mit dem sie leicht auch dicke Schalen knacken können.

Körner- wie Weichfutterfresser gemeinsam ist ihre Vorliebe für Fettfutter wie zum Beispiel Meisenknödel.

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Quelle: https://www.flickr.com/photos/berti66/

Häufige Einwände gegen die Ganzjahresfütterung, die meinen „Ganzjahresfütterung macht die Vögel abhängig“ kennen wahrscheinlich viele. Beobachtungen zeigen, dass selbst bei strengem Winterwetter die Vögel nur einen Teil ihrer Nahrung an Futterstellen aufnehmen und immer noch viel Zeit aufwenden, um natürliche Nahrung zu suchen.

Die Nestjungen werden weiterhin mit Raupen, Insekten, Spinnen und Schnecken versorgt. Die Altvögel  nehmen aber selbst gerne zwischen den Fütterungen ihrer Jungen energiereiche Nahrungen an Futterstellen auf.

Krankheitsübertragungen an normalen Futterstellen sind große Ausnahmen, weil Vögel aufgrund ihrer Konstruktion nur ein geringes Infektionsrisiko besitzen.

4 Kommentare

  • Elke

    Ach, schön, du hast Feldsperlinge im Garten! Nur für die Spatzen hatte ich die Ganzjahresfütterung angefangen, leider fanden das die Ratten aus dem Park auch gut. Ich muss mir was einfallen lassen, dass nicht zu viel Futter auf den Boden fällt.
    VG
    Elke

    • Sophie

      Oh, das ist natürlich nicht ganz so toll. Ich finde es gut, dass du die Wildvögelfütterung unterstützt!
      Ich habe es jetzt erst angefangen und es zeigen sich nur langsam Vögel. Ich hoffe das ändert sich noch.
      Eine Auffangschale für das Vogelfutter, das herunterfällt, wäre doch sicher eine Idee oder?
      Da lässt sich bestimmt was schönes zaubern.

      Liebe Grüße

  • Hartmut Kuhn

    Hast voll recht damit. Beobachte so was schon lange.Meine Garten Vögel bekommen ach Mischfutter.Selbst Kuchenreste für die Amseln sein dabei und wenn Schnee liegt auch Äpfel. Wenn ich aber nicht zeitig damit anfange können sie den ganzen Winter nicht .Nur Stieglitz sind dieses Jahr noch nicht da. Alle anderen haben keine Angst mehr und ich k ann aus 3 mtr . beim fressen zusehen !!!

    • Sophie

      Das finde ich gut, dass du die Vögel fütterst. Ich mache es dieses Jahr das erste Mal und bis jetzt konnte ich noch keine Vögel beim Essen zusehen. Ich hoffe das ändert sich noch. Aber ich werde das jetzt definitiv öfter machen.

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